Erlebt das „Kinderlächeln“ seinen 20en Geburtstag?

hamogelo tou paidiou

Am 9. November 1995 notierte der erst 10jährige Andreas Giannopoulos seinen letzten großen Traum in Form eines Briefes in sein Tagebuch:

„Wir alle kennen Kinder, denen das Lächeln fehlt und reden über sie. Ihnen fehlt das Lächeln, weil sie kein Geld haben, keine Spielsachen, kein Essen und manche haben nicht einmal Eltern. Denkt bitte nach und lasst das Reden. Lasst uns mit vereinten Kräften den Schwachen helfen. Denn alle Kinder sollen lächeln dürfen. Unsere Vereinigung soll „Kinderlächeln“ heißen. Auf gehts… lasst uns helfen. Gemeinsam werden wir es schaffen.“

Wenige Wochen später starb Andreas an seinem Gehirntumor.

Sein Vater, Kostas Giannopoulos war es, der den Wunsch des kleinen Andreas verwirklichte. Er gab seine vielversprechende Karriere in der IT-Branche auf und machte den Traum seines Sohnes zu seinem Lebensinhalt. Kostas gründete die Freiwilligenorganisation „To Hamogelo tou paidiou“ mit dem Ziel, die Grundrechte der Kinder zu verteidigen – und zwar nicht nur mit Worten sondern mit Taten.

Seit mittlerweile fast 20 Jahren gibt es nun den Verein. In 13 Häusern in ganz Griechenland (eins davon im Norden Korfus in Magoulades) werden derzeit 330 Kinder mit dem für ihr leibliches, psychisches und geistiges Wohl Notwendigem versorgt. Die Struktur der Einrichtungen ähnelt denen der SOS Kinderdörfer: Wenige (in Magoulades bis zu 20) Kinder werden von einem „Eltern“- Team betreut und erleben auf diese Weise eine familiäre Struktur.

Das „Kinderlächeln“ wird seit Beginn der Wirtschaftskrise von staatlicher Seite so gut wie nicht mehr unterstützt (im Gegenteil: ihm wurde für das Jahr 2014 eine Grundsteuer in Höhe von 95.000 Euro auferlegt) und existiert fast ausschließlich von Spenden.

Nun wird der Traum von Andreas und seinem Vater von staatlicher Seite weiter bombadiert: Denn im Oktober wurde von der Regierung ein Beschluss gefasst, der die Bedingungen für in Heimen untergebrachte Kinder neu regeln soll. In der Praxis würde diese Neureglung eine Umwandlung der „familiären“ Struktur der Hamogelo-Häuser in Kinderheime bedeuten.

Sollte dieser Beschluß umgesetzt werden, so Kostas Giannopoulos, wäre dies der „Grabstein“ für das „Kinderlächeln“ und es ist fraglich ob es seinen 20sten Geburtstag noch erleben wird.

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Maria ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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