11.Februar, Todestag der Hl. Theodora – zweitwichtigster Heiligengestalt auf Korfu

Gegenüber dem alten Hafen erblickt man, leuchtend rot angestrichen, mit einer sonnenähnlichen Dekoration verziert, die Kirche der Jungfrau Maria Spiliotissa, von den Korfioten nur Mitropolis, also Bischofskirche genannt.
Diese orthodoxe Basilika geht auf das Jahr 1577 zurück und besitzt neben einer Vielzahl von Heiligenbildern einen Silbersarkophag. In ihm ist der Leichnam der heiligen Theodora gebettet, der 1489 zusammen mit den Gebeinen des Heiligen Spyridon nach Korfu gebracht wurde.

Theodora wurde im Jahr 815 n.Chr. in Klein-Asien geboren. Schon früh erkannte man ihre Inelligenz und Frömmigkeit. Im Alter von 15 Jahren wurde sie die Ehefrau des byzantinischen Kaisers Theofilos, mit ihm bekam sie einen Sohn und fünf Töchter.

Kaiserin Theodora spielte eine sehr wichtige Rolle in Bezug auf die Diskussion um die Verehrung religiöser Ikonen. Sie selbst verehrte Ikonen, während ihr Mann diese strikt ablehnte und auch als Politiker einen Kampf gegen die Ikonen-Verehrung führte. Er lies Heiligenbilder- und Wandmalereien zerstören oder kälken.
Die Kaiserin blieb jedoch den Ikonen treu – sie versteckte sie und verehrte sie heimlich, gemeinsam mit ihren Kindern.

842 n.Chr. erkrankte der Kaiser so schwer an Ruhr, dass sich sein Mund deformierte und sein Kehlkopf nach außen trat. Während er mit dem Tod rang, sah Theodora in einer Vision die von Engeln umringte Gottesmutter mit dem Christkind. Die Engel schlugen und geißelten den Kaiser auf seinem Totenbett, und dieser sprach: „Wehe mir, dem Elenden, wegen der Ikonen werde ich geschlagen, wegen der Ikonen werde ich gegeißelt“. Im Anschluss küsste der Kaiser eine Christus-Ikone und sofort nahmen sein Mund und sein Kehlkopf wieder die normale Gestalt an. Einige Tage später starb er.

Sohn Michail wurde nun der Thronfolger – im Alter von nur 3 Jahren. Aufgrunddessen übernahm die Kaiserwitwe Theodora die Regentschaft. Als ihre vordringlichste Aufgabe sah sie die Wiedereinführung der Ikonenverehrung an, die sie allerdings an die Bedingung knüpfte, dass Theophilos posthum vergeben werden würde. Der Ikonenstreit wurde endgültig beigelegt und der erste Fastensonntag im orthodoxen Kirchenjahr zugleich als Feiertag der Verehrung der Ikonen bestimmt.

Als ihr Sohn mündig wurde, gab es blutige Auseinandersetzungen um den kaiserlichen Thron: 856 wurde Theodora abgesetzt und zwei Jahre später mit ihren Töchtern aus dem Kaiserpalast vertrieben. Sie trat in das von ihrer Mutter gegründete Kloster Gastria in Byzanz ein. Am 11. Februar 867 starb sie; Sie wurde im Kloster Gastria bestattet.
1460 wurden ihre Reliquien von den muslimischen Türken an die Griechen übergeben und kamen 1489 nach Korfu.

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Maria

Maria ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 18 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Hochzeits- und Eventagentur HESTIA. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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