Die Festungen – Mehr als alte Steine!

Alte Festung

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Korfus zählen zweifellos die beiden Festungen von Korfu-Stadt. Sie sind die prägenden Bauwerke der Stadt und bestimmen – wunderschön angestrahlt,  auch nachts – deren unverwechselbare Silouette.

Früher waren die beiden Bollwerke durch Mauern und unterirdische Stollen miteinander verbunden. Das Leben der Städter fand innerhalb dieser Mauern statt, wo die Einwohner sich gegen die zahlreichen Angriffe von Piraten und anderen Feinden sicher wähnten. Heute kann man die Grenzen der Alten Stadtmauer nur mehr erahnen. Einen Teil davon findet man noch am Ufer des Stadtviertels ‚Mouragia‘, unterhalb der Küstenstraße, die vom Spianada-Platz zum alten Hafen führt.

Zwei der ehemals vier Eingänge zur alten Stadt sind noch gut erhalten: die Porta Spilea, gegenüber des Alten Hafens sowie die San Nicolo in Faliraki, am Ende des Spianada-Platzes. Ursprünglich bestand die Anlage sogar aus vier Befestigungstürmen. Neben der Alten und der Neuen Festung gab es einen Turm auf dem Avrami-Hügel (oberhalb des Neuen Hafens), sowie eine Anlage auf dem Sotiras-Hügel, wo sich heute die Strafvollzugsanstalt Korfus befindet. Der Legende nach soll von letzterer ein unterirdischen Gang zur Insel Vidos existieren, durch den manch ein Inhaftierter entkommen sein soll. Entsprechende Geschichten sind allerdings nirgendwo dokumentiert.

Die Alte Festung „Fortezza“ bestand bereits zu byzantinischer Zeit. Im sechsten Jahrhundert wurde sie aus den Überresten der zerstörten ursprünglichen Besfestigungsanlage der Halbinsel Kanoni aufgebaut. Bis zum 16ten Jahrhundert wurden die Mauern von den Veneziern verstärkt und die Steine geglättet, um die insgesamt 5 Angriffsversuche der Türken abzuwehren. Tatsächlich haben es die Osmanen dank der Festung und der genialen Strategie des Feldmarschall Von der Schulenburg ja niemals geschafft, Korfu einzunehmen.

Heute führt eine Brücke über den künstlich geschaffenen Burggraben „Kontra Fossa“ auf die Festungsinsel „Kapo Sidero“. Dort konnte man die Festung einst mittels einer Zugbrücke komplett vom Festland abschirmen. Die beiden Türme der Festung sind auf den Gipfeln zweier Hügel errichtet worden, welche für den Namen Korfu (Koryfes – Gipfel) verantwortlich sind.

Im Inneren der Burganlage befinden sich Gebäude sowohl aus venezianischer als auch aus englischer Zeit, unter anderem ein Gefängnis, dass bereits von den Veneziern errichtet, dann von den Engländern erweitert wurde, zwei englische Kasernen, und ein Militärkrankenhaus, in dem heute die Sääle der Musikhochschule sind. Sehenswert ist die Kirche des Hl. Georg mit ihren hohen dorischen Säulen sowie die kleine Ausstellung mit Byzantinischen Ikonen und Mosaiken.

Neue Festung

Die Neue Festung wurde zwischen 1576 und 1645 unter der Aufsicht des italienischen Architekten Francesco Vitelli erbaut. Es heißt, dass damals viele Privathäuser geopfert wurden, um an Material für diese stabile Bastion zu gelangen. Wie in der Alten wurde auch die Neue Festung von den Engländern übernommen und ausgebaut. Leider wurde sie im zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört. Trotzdem lohnt sich ein Aufstieg zur Festung unbedingt. Auch, weil die Sicht von oben auf die ganze Stadt und das Meer spektakulär ist.
Die Anlage wurde renoviert und beherbergt heute Gemälde- Skulptur- und Fotoausstellungen. Die Stadt organisiert hier auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen. Den ehemaligen Eingang krönt ein Relief des geflügelten Markuslöwen, dem Wahrzeichen der Venezianer.

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Maria

Maria ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 18 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Hochzeits- und Eventagentur HESTIA. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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