Die grüne Gefängnisinsel Vido

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Die kleine Insel Vido liegt nur etwa 1,2 km vom Alten Hafen entfernt und ist vor allem für die Einheimischen ein beliebtes Ausflugs- und Badeziel im Sommer. Trotz ihrer Winzigkeit ist das Inselchen einen Abstecher wert, nicht nur aufgrund ihrer wildromantischen Schönheit sondern auch wegen ihrer interessanten Geschichte.

Vido war schon in der Antike bedeutsam. Damals hieß sie Ptychia und spielte eine Rolle im Peloponnesischen Krieg. Später, bis ins Mittelalter hinein hieß sie Agios Stefanos, benannt nach ihrer kleinen Kirche, die angeblich die erste christliche Kirche Korfus (Baujahr 80 n. Chr.) war. Hier hat demnach die Christianisierung Korfus begonnen.

Als die Venezier Korfu besetzten, gelangte das Inselchen in die Hände des venezischen Adligen Pietro Malipiero. Der Name Vido geht auf dessen Sohn Guido zurück. (Vido – Insel von Guido).

Die Türken benutzten Vido als Basis für ihre –letztendlich gescheiterten- Eroberungsversuche von Korfu. Matthias von der Schulenburg errichtete im Nordwesten aus diesem Grund eine kleine Festung zur Verteidigung, die Schulenburg-Festung „Ochyro Schoulembourg“. Diese wurde später von den französischen und englischen Besatzern zu einer moderneren Befestigungsanlage umgebaut. Vido wurde zum Stützpunkt für die Streitkräfte der jeweils herrschenden Nation.

Erst vor 150 Jahren, als die Ionischen Inseln endlich mit Griechenland vereint wurden, zog das britische Heer ab und hinterließ die Ruinen der ehemaligen Befestigungen. Teile davon werden heute als Restaurant genutzt.

Im ersten Weltkrieg suchten serbische Soldaten Schutz auf Vido. Viele von ihnen starben aufgrund von Krankheiten. Als Erinnerung wurde ihnen ein Mausuleum errichtet.

Anschließend wurde Vido zu einer Gefängnisinsel, zunächst für Kriminelle, dann während der deutschen Besatzung und während des anschließenden Bürgerkriegs für Kriegsgefangene. In den Jahren 1948 bis 76 saßen minderjährige Straftäter hier ihre Haftstrafe ab. Der Legende nach soll das Gefängnis übrigens über einen Tunnel mit dem des Festlands verbunden sein.

Seit 1985 ist das Inselchen Eigentum der Gemeinde Korfu und wird den Pfadfindern als Sommercamp zur Verfügung gestellt. Vido steht unter Naturschutz und beherbergt eine reiche und ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt. Wilde Rebhühner uns Hasen sieht man hier oft über den einzigen Wanderweg der 600 Meter breiten und 1000 Meter langen Insel laufen.

Ein Ausflug nach Vido lohnt sich unbedingt. Vom Alten Hafen fährt im Sommer stündlich eine kleine Fähre zum Fahrpreis von nur einem Euro. Badesachen sollte man dabei haben, Verpflegung ist nicht unbedingt notwendig, denn es gibt ein kleines Restaurant an der Anlegestelle.

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Maria

Maria ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 18 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Hochzeits- und Eventagentur HESTIA. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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