Chronia Polla! Heute feiern alle Spyrosse und Spyridoulas

Der 12.12. ist auf Korfu einer der wichtigsten Feiertage, denn heute feiert man den Namenstag des Schutzpatrons der Insel, des heiligen Spyridon. Warum ist eigentlich dieser Heilige so immens wichtig für die Korfioten, zumal er noch nicht einmal hier geboren wurde – seine Wiege stand der Legende nach auf Zypern.

Zunächst lebte Spyridon ein einfaches, weltliches Leben. Nach dem Tod seiner Ehefrau jedoch widmete er sein Leben ganz der Kirche und wurde zum Bischof seiner Heimatstadt geweiht. Während der Christenverfolgungen unter Kaiser Maximian wurde er festgenommen und verbannt. Es heißt, er sei kämpferisch gewesen.  325 soll er am Konzil von Nicäa teilgenommen und dort die Lehre von der Wesenseinheit des Gottessohnes mit dem Vatergotteingetreten energisch verteidigt haben.

Spyridon soll bereits zu Lebzeiten zahlreiche Wunder gewirkt haben, wirklich bekannt wurde er aber erst nach seinem Tod:  Seinem einbalsamierten Leichnam wurde in Byzanz über die Jahrhunderte Heiligenverehrung gezollt. Als man sein Grab öffnete, um die sterblichen Überreste zunächst nach Konstantinopel in Sicherheit zu bringen, war sein Leichnam nicht verwest und duftete nach Basilikum, was als Beleg seiner Heiligkeit gewertet wurde.

Kurz vor dem Fall des Byzantinischen Reichs konnte ein Priester seine sterblichen Überreste käuflich erwerben. Rechtzeitig vor der Einnahme Konstantinopels durch die Türken (1453) gelang es diesem mit den Reliquien des Heiligen aus der verlorenen Stadt zu fliehen: Auf einem Bauernkarren führte seine Flucht ihn durch die räuberischen Gebiete Makedoniens, Thessaliens und Albaniens, die damals jeglicher staatlichen Ordnung entbehrten, schließlich auf die Insel Korfu, auf der er sich für den Rest seines Lebens niederließ.

Hier bewirkte der Heilige Spyridon zahlreiche Wunder: die Insel blieb – im Gegensatz zum Mutterland – von den Türken verschont, seltener als die Nachbarinseln wurde sie von Erdbeben und Hungernöten heimgesucht, und die Pest verschwand von einem Tag auf den anderen.

Der Priester vererbte die Reliquie seinen drei Kindern und nach der Heirat einer Enkelin ging sie als Mitgift in den Besitz der Familie Bulgari über. Der Sarg mit dem Leichnam des Heiligen befindet sich in einem separaten Raum rechts neben dem Altarra

um der Kirche. Er wird zeitweise geöffnet und ermöglicht dann die Verehrung der Füße des Heiligen, sowie, durch ein Sichtfenster, den Blick auf dessen Kopf.

Viermal im Jahr wird der Schrein Spiridons in einer großen Prozession durch die Straßen Korfus getragen:

  • an Palmsonntag, um daran zu erinnern, dass der Heilige die Korfioten vor der Pest im Jahr 1630 bewahrte;
  • seit 1550 am Karsamstag, als der Heilige die Korfioten vor einer Hungersnot bewahrte;
  • 11. August, um daran zu erinnern, dass der Heilige die monatelange Belagerung der Türkein m Jahr 1716 abwendete;
  • am 1. Sonntag im November, um daran zu erinnern, dass der Heilige die Korfioten auch vor der Pest im Jahr 1673 bewahrte.

 

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Maria ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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