Der 11. August – ein Feiertag auf Korfu

Aber was genau wird eigentlich heute gefeiert?spyros prozession

Der Grund dieser heutigen Feier ist ein strategischer Erfolg der Korfioten, die über Wochen dauernde Belagerung der Türken vor der Alten Festung zurückzuschlagen. Und das, obwohl die Belagerer zahlenmäßig deutlich überlegen waren.  Dieses Jahr jährt sich das Ereignis zum 301sten Mal!

Die Geschichte

Im Juli 1716 landeten 65000 Türken auf der Insel, mit dem Ziel das strategisch wichtige Korfu einzunehmen. Die Stadtbewohner und das schwache venzianische Heer, das unter der Führung von Matthias von der Schulenburg  stand, verschanzten sich in der erst provisorisch gesicherten Alten Festung und schafften es dort, sich erfolgreich zu verteidigen. Es heißt sogar, dass die gesamte Stadtbevölkerung mit allen erdenklichen Waffen die Türken für eine Weile zurückzuschlagen konnte. Die Besiegten bereiteten natürlich einen neuen Angriff vor. Während dieser Zeit brach aber ein heftiges Unwetter aus, das den Türken schwer zu schaffen machte. Der aufgeweichte Untergrund blockierte den berittenen Angriff und schwächte die türkischen Soldaten enorm. Deren Moral war durch die Nachricht über die vernichtende Niederlage des türkischen Heeres in Europa sowieso schon am Boden. Und als ihnen schließlich in der Nacht der heilige St. Spiridon erschienen sein soll, verließen Sie Korfu fluchtartig. Seither ist der 11. August Feiertag auf Korfu.

Und auch wenn mittlerweile historisch bewiesen ist, dass die Flucht der Türken mit deren gleichzeitiger Niederlage in Ungarn zusammenhing, so gilt sie auf Korfu doch als ein Wunder , das bis heute dem Heiligen Spyridon, dem Schutzpatron der Insel zugeschieben wird und das daher jährlich mit einer aufwändigen Prozession gefeiert wird.

Musikalisch inspirierte das Ereignis übrigens seinerzeit den großen venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi zu seinem bis heute erhaltene Oratorium “Juditha triumphans”, das in seiner Heimatstadt im Jahre 1716 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.

 

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Maria ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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